Best Paper Award EMV 2010 geht an Wissenschaftler des Fraunhofer INT

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Best Paper Award EMV 2010 geht an Wissenschaftler des Fraunhofer INT
Beim internationalen Kongress EMV 2010 zwischen dem 09.-11.03.2010 in Düsseldorf werden über 90 Vorträge über das Thema Elektromagnetische Verträglichkeit gehalten. Von den eingereichten Manuskripten wurden zunächst elf nominiert und daraus dann die drei besten Beiträge als Best Award Papers der EMV 2010 ausgewählt. Das Manuskript „Betrieb von Modenverwirbelungskammern mit gepulsten Mikrowellensignalen“ der Autoren Ch.Adami, Ch.Braun, P.Clemens, H.U.Schmidt, M.Suhrke und A.Taenzer ist in diesem Jahr unter den drei gleichrangigen Gewinnern.


Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Betrieb von Modenverwirbelungskammern, eine für Störfestigkeits- und Emissionsmessungen immer häufiger genutzte Alternative zu traditionellen EMV Untersuchungen mit TEM-Feldern in Absorberkammern oder GTEM-Zellen. Da hierbei die Feldbeanspruchung des Testobjekts von allen Seiten erfolgt, ist keine Drehung des Prüflings und insbesondere bei großen Objekten im höheren Frequenzbereich auch keine partielle Ausleuchtung des Prüflings erforderlich. Außerdem lassen sich mit relativ geringer Eingangsleistung durch die Resonanzeffekte in der Kammer hohe Feldstärken erzielen. Im Vergleich zu den anderen Verfahren ist damit deutlich weniger Verstärkerleistung erforderlich, was zu einer erheblichen Kostenreduzierung führt.
Das INT betreibt seit 2008 eine kleine MVK aus Aluminium mit einem Arbeitsvolumen von 0.7 m × 1.0 m × 1.2 m. In ihr können im Frequenzbereich von 520 MHz bis 18 GHz normierte, d. h. auf eine Eingangsleistung von einem Watt bezogene Feldstärken zwischen 100 und 180 V/m erzeugt werden. Neben grundlegenden Untersuchungen zur Verwendbarkeit mit pulsmodulierten Mikrowellensignalen ist die Kammer für Störfestigkeitsmessungen an kleineren Testobjekten gedacht. Um mit unserem Pulsgenerator in einem großen Frequenzbereich hohe Leistungen im Bereich von 10 kW in die Kammer einzukoppeln, verwenden wir eine selbst entwickelte Discone-Antenne. In der leeren Kammer werden damit Feldstärken über 10 kV/m erreicht, mit einem typischen Testobjekt reduziert sich die Feldstärke nahezu auf die Hälfte. Untersuchungen mit dieser Sendeantenne ergaben kaum Unterschiede zu einer üblicherweise verwendeten Hornantenne. Gleiches trifft für die Verwendung einer Feldsonde als Empfangsantenne im Vergleich zu einer Hornantenne zu.

Alternativ zum Pulsgenerator können für den Dauerstrichbetrieb Leistungsverstärker (200 W) im Frequenzbereich von 0.8 bis 7.5 GHz verwendet werden. Im Frequenzbereich zwischen 500 MHz und 3.5 GHz wurden außerdem Gütebestimmungen aus der Abklingzeit nach Anregung der Kammer mit einem pulsförmigen Signal durchgeführt. Die aus der Güte bestimmte normierte Feldstärke beträgt 110 bis 160 V/m und stimmt damit gut mit den aus der Kalibrierung gewonnenen Ergebnissen überein. Im Beitrag werden weiterhin statistische Eigenschaften der Pulse und der Einfluss verschiedener Pulsparameter diskutiert.

 
© 1/2010
Fraunhofer INT, Euskirchen