Das EU-Projekt IN-PREP wird das gemeinsame Krisenmanagement der Europäischen Union verbessern

15.11.2017

Im September 2017 hat das Forschungsprojekt IN-PREP (INtegrated next generation PREParedness programme) begonnen, welches das Ziel verfolgt, besser auf Krisen reagieren zu können. Mit Krisen sind hierbei Naturkatastrophen und von Menschen verursachte Krisen, wie z.B. Terroranschläge, gemeint. Das Projekt wird durch das EU-Forschungsförderprogramm Horizon 2020 finanziert. Die offizielle Auftaktveranstaltung fand im September in Athen statt. Während der dreijährigen Projektlaufzeit wird ein Krisenmanagement-Gesamtsystem entwickelt, das sich drei der wichtigsten Herausforderungen im Zusammenhang mit länderübergreifenden Krisen widmet: Entwicklung einer gemeinschaftlichen Notfall-Reaktionsplanung für die EU-Mitgliedstaaten, Austausch von relevanten Informationen in Echtzeit bzw. Entwicklung eines gemeinsamen Lagebildes der beteiligten Staaten und Koordination des Einsatzes kritischer Ressourcen und Sicherstellung einer rechtzeitigen und effizienten Krisenreaktion. Das Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen INT übernimmt dabei die Aufgabe Krisenbedingungen zu analysieren und Faktoren für ein verbessertes Vorgehen zu identifizieren.

Sowohl natürliche als auch von Menschen verursachte Katastrophen variieren in ihrer Dimension und Häufigkeit und viele dieser Krisen machen nicht vor Ländergrenzen halt. Dies stellt für die Europäische Union eine komplexe Herausforderung dar, die ein deutlich verbessertes länderübergreifendes Krisenmanagement verlangt.

Im Rahmen von IN-PREP werden für diese länderübergreifenden Krisen Module entwickelt, die den europäischen Bevölkerungsschutz unterstützen. Innerhalb des Projekts wird eine Trainingsplattform und ein Einsatz-Handbuch für Endanwender und Ersthelfer entwickelt, das verschiedenste Krisenszenarien abdeckt.

Dabei ist das Fraunhofer INT hauptsächlich für die Identifizierung von Erfolgsfaktoren im grenzüberschreitenden Krisenmanagement und für die Analyse rechtlicher, politischer, menschlicher und organisatorischer Kontextbedingungen verantwortlich. Außerdem wird am INT das beschriebene Handbuch zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Krisenmanagements federführend entwickelt.

Der Koordinator des Projektes, Angelos Amditis (Direktor des Institute of Communication and Computer Systems in Athen), erklärte bei Projektstart, dass es das Ziel von IN-PREP ist, neue Trainingsprozesse zu implementieren, in denen bereits existierende Komponenten, Wissen und Erfahrungen zu einem neuartigen System kombiniert werden. Dieses System wird den, im Bevölkerungsschutz involvierten Gruppen helfen, Informationen und Daten auszutauschen, kritische Ressourcen zu teilen und so besser auf länderübergreifende Krisensituationen reagieren zu können.
Evangelos Sdongos, der für das Tagesgeschäft von IN-PREP zuständig ist, verdeutlichte, dass es bei IN-PREP darum gehe, neue Module zur Optimierung der Krisenvorbereitung durch eine gemeinschaftliche Planung zu entwickeln. Die im Bevölkerungsschutz involvierten End-Anwender, wie bspw. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste, machen rund 35% des IN-PREP Konsortiums aus, und sind so direkt an der Planung des neuen Krisenmanagementsystems beteiligt. Während der Projektlaufzeit wird es mehrere Workshops und weitere Aktivitäten geben, die es auch externen Experten ermöglicht das IN-PREP System mitzugestalten und zu evaluieren. Wir möchten daher am Bevölkerungsschutz interessierte Gruppen schon jetzt sehr herzlich einladen, sich innerhalb der vielen verschiedenen Aktivitäten dieses Projektes zu engagieren.

Über IN-PREP (An Integrated next generation Preparedness programme for improving effective inter-organisational response capacity in complex environments of disasters and causes of crises)

Das IN-PREP Konsortium besteht aus 20 Partnern aus 7 verschieden Ländern der Europäischen Union. Zu den Partnern gehören Technologie-Anbieter und auch sieben direkt im Bevölkerungsschutz involvierte Organisationen. Unterstützt durch diese Praxis-Erfahrung wird eine Mixed Reality Preparedness Platform entwickelt, die neuartige IT-basierte Module für Reaktionsplanung und Szenarioentwicklung enthält. In diese Plattform werden Führungs- und Informationssysteme, Module zur Lageerkennung und Entscheidungsunterstützungs-Mechanismen integriert.

Außerdem wird IN-PREP ein organisationsübergreifendes Handbuch für länderübergreifende Einsätze entwickeln. Das zugrundeliegende Ziel ist dabei die Krisenvorbereitung durch ein realistisches Training mit realen Katastrophenszenarien zu verbessern. Das wird sowohl die Koordinierung des Krisenmanagements als auch die eigentlich vor-Ort Arbeit der Bevölkerungsschutzorganisationen verbessern. Die Experten aus der Praxis sind sehr interessiert an dieser neuen Plattform, da es in Krisensituationen die richtige Information an die richtige Person zur richtigen Zeit liefern wird.

Das Fraunhofer INT bietet wissenschaftlich fundierte Analyse- und Bewertungsfähigkeit über das gesamte Spektrum technologischer Entwicklungen. Vertieft wird dieser Überblick durch eigene Fachanalysen und -prognosen auf ausgewählten Technologiegebieten und durch eigene theoretische und experimentelle Arbeiten auf dem Gebiet elektromagnetischer und nuklearer Effekte.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage http://www.in-prep.eu/ und auf twitter @INPREP_EU.

Kontakt:
Angelos Amditis, (Institute of Communication and Computer Systems, Athens, Greece) a.amditis@iccs.gr

Evangelos Sdongos, (Institute of Communication and Computer Systems, Athens, Greece) evangelos.sdongos@iccs.gr

Johanna Varghese, (Carr Communications, Dublin, Ireland): johanna@carrcommunications.ie
+35317728900

 

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