Das Fraunhofer INT feiert 45-jähriges Jubiläum – von der Universitätsprojektgruppe zum Fraunhofer-Institut

25.4.2019

© Fraunhofer INT

Das Fraunhofer INT um 1980

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Das Fraunhofer INT heute

Das Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen INT feiert in diesem Jahr sein 45-jähriges Bestehen. Vor seiner Aufnahme in die Fraunhofer-Gesellschaft im Jahr 1974 war das INT als Institut für Strahlenschutz Teil der Universität Kiel. Im Jahr 1977 begann der Umzug von Kiel nach Euskirchen, um näher am Hauptauftraggeber, dem Bundesministerium der Verteidigung BMVg, arbeiten zu können. Heute beschäftigt das Institut 120 Mitarbeiter und betreibt neben rein militärischer Forschung zu einem großen Teil auch zivile Projekte.

Als das INT vor 45 Jahren zum Fraunhofer-Institut wurde, war dies zugleich der Abschluss einer fast zehnjährigen Vorgeschichte. Denn das Institut gab es schon bevor es Teil der Fraunhofer-Gesellschaft wurde. Alles begann als Projektgruppe des Institutes für Reine und Angewandte Kernphysik der Universität Kiel. Damals wurde im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung BMVg und mit Verwaltungshilfe der Fraunhofer-Gesellschaft FhG an den physikalisch-technischen und konzeptionellen Grundlagen für den Schutz von Wehrmaterial gegen die Wirkungen von Kernwaffen gearbeitet.

Anfang 1968 gliederte sich die Arbeitsgruppe aus dem Hochschulinstitut auch räumlich nach Stohl bei Kiel aus und firmierte fortan als „Institut für Strahlenschutz“. Am 1. Januar 1974 wurde das Institut dann aufgrund eines Abkommens der Bundesministerien für Forschung und Technologie und der Verteidigung mit der Fraunhofer-Gesellschaft unter seinem heutigen Namen in die FhG und die institutionelle Förderung des BMVg („Grundfinanzierung“) aufgenommen.

Als Folge der Neuordnung des Rüstungsbereiches Anfang der siebziger Jahre erhielt das INT mit der „Wehrtechnische Vorausschau“ einen weiteren Aufgabenschwerpunkt, der zur Gründung der Abteilung „Trendanalysen und Prognosen“ (TP) führte. Die daraus resultierende enge Zusammenarbeit mit dem BMVg führte schließlich zum Umzug des Institutes nach Euskirchen in das ehemalige belgische Offizierswohnheim, der sich nach Fertigstellung der Um- und Neubaumaßnahmen zwischen 1977 und 1980 vollzog.

Mit Ende des kalten Krieges zu Beginn der 90er Jahre rückten Fragestellungen zur nuklearen Bedrohung in den Hintergrund und es wurden vermehrt zivile Anwendungsfelder für die Kompetenzen des Institutes gesucht. Diese Umorientierung betraf mit zeitlicher Verzögerung auch die Studienabteilung TP, die vor allem nach dem 11. September vermehrt Projekte für die zivile Sicherheit durchführte.

 

Das Fraunhofer INT heute

Heute hat das Institut 120 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit einem Forschungsvolumen von rund 10 Millionen Euro. In zwei wissenschaftlichen Abteilungen wird nun an zwei Forschungsfeldern gearbeitet. Über den Schutz gegen die Wirkung von Kernwaffen wird weiterhin geforscht, heute jedoch in der Abteilung Nukleare und Elektromagnetische Effekte und neben der Forschung für das BMVg ebenfalls für öffentliche und private Auftraggeber.

In der Abteilung Technologieanalysen und Strategische Planung TASP werden als Teil des INT-Grundauftrages kontinuierlich wissenschaftliche Forschungsaktivitäten gescannt, um daraus frühzeitig die Entwicklungstrends von Technologien abzuschätzen. Neben den umfangreichen Tätigkeiten für das BMVg werden auch hier zunehmend Projekte für zivile öffentliche Auftraggeber und Industriekunden durchgeführt.

Auch Institutsleiter Prof. Dr. Dr. Michael Lauster lässt im Kontext des Jubiläums die letzten Jahre Revue passieren, richtet seinen Blick aber auch auf die Zukunft des Institutes: „Das INT blickt in diesem Jahr zurück auf 45 ereignisreiche Jahre, die geprägt waren vom Umzug an den Standort Euskirchen, von Wachstum, Erfolgen, aber auch Herausforderungen, die wir gemeinsam gemeistert haben. Auch in Zukunft werden wir weiterhin unsere Anstrengungen darauf konzentrieren, als exzellenter Forschungspartner technologische Urteils- und Beratungsfähigkeit für unsere Kunden zur Verfügung zu stellen. Der Kreis unserer Partner erweitert sich stetig und umfasst sowohl den behördlichen als auch den privatwirtschaftlichen Bereich. Einen besonderen Fokus möchten wir in den nächsten Jahren darauf legen, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Dazu werden wir die Zusammenarbeit mit den Universitäten und Hochschulen der Region auszubauen und unsere Präsenz dort stärken. Ich freue mich darauf, die spannenden Herausforderungen der nächsten Jahre gemeinsam mit meinen Mitarbeitern anzugehen.“

Das Fraunhofer INT bietet wissenschaftlich fundierte Analyse- und Bewertungsfähigkeit über das gesamte Spektrum technologischer Entwicklungen. Vertieft wird dieser Überblick durch eigene Fachanalysen und -prognosen auf ausgewählten Technologiegebieten und durch eigene theoretische und experimentelle Arbeiten auf dem Gebiet elektromagnetischer und nuklearer Effekte.